Besinnlicher Rundgang über den Friedhof St. Peter zeigt Besonderheiten

Michael Gutekunst, Mechthild Liefke und Dietmar Schleihauff am Eingang zum Friedhof St. Peter. Das Eingangsdenkmal als aufgeschnitter Stein trägt die Inschrift "Der Tod ist das Tor zum Leben".

Auf fünf Hektar Fläche bot sich den Teilnehmenden an diesem Spaziergang Vielfältiges zu entdecken. Auf einem Gang durch die Zeit gab es Gespräche mit Tiefang und voller Hoffnung gemeinsam mit Mechthild Liefke, Dietmar Schleihauf und Diakon Michael Gutekunst.

Hoffnungszeugnisse und Erinnerungsorte im Blick

Gemeinsam haben die Stadführerin Mechthild Liefke, Bestatter Dietmar Schleihauf und Diakon Michael Gutekunst vom Evangelischen Bildungswerk bei einem Gang über den Friedhof St. Peter die dort zu findenden Hoffnungszeugnisse und Erinnerungsorte erläutert. Mit seiner mehr als 3.000 jährigen Geschichte verbindet sich Materielles, Geistiges und Geistliches und erzählen dem Betrachtenden.

Symbole und Bestattungskultur verändern sich mit der Zeit

Mechthild Liefke erläuterte die Symbole, die oft schon seit der Antike mit dem Thema Tod, Hoffnung und Unendlichkeit verwendet werden. Liefke erklärte die Bedeutung der Symbole auf den Grabsteinen wie z.B. der Ähre, einer Kugel, der Sonne oder der Fackel. Sie zeigte auf, dass der Schmetterling ein christliches Symbol für die Auferstehung ist, da die Tiere als Verkörperung der menschlichen Seele angesehen wurden. Das altgriechische Wort für Schmetterling ist Psyche, was auch Hauch, Atem und Seele bedeutet.

Wie die Symbole verändert sich auch die Bestattungskultur, so Dietmar Schleihauf. Er erläuterte einfühlsam die verschiedenen Arten und Orte der Bestattung und macht dabei deutlich, dass die Würde des Menschen auch auf seinem letzten Weg zu wahren ist.

Friedhof als vielfältiger und besonderer Ort erlebt

Es wurde deutlich, dass Friedhöfe besondere Orte sind mit ihrer Ruhe, die Raum lässt für die Frage nach dem eigenen Sein. Sie sind Orte der Hoffnung, der Ehrerbietung und der würdigen Stille. Sie sind Orte des Lebens und der Begegnung. Sie sind grüne Erholungsbereich und kulturelle Kleinode voller Leben und Kunst. Immer wieder kreuzten Eichhörnchen den Weg der Gruppe, Schleihauf erzählte vom Dachs, der auf dem Friedhof wohne.

Existenziellen Fragen Raum geben

„Als Evangelisches Bildungswerk greifen wir mit diesem Spaziergang auf dem Friedhof St. Peter ein existenzielles Thema auf, das im Alltag oft keinen Raum hat. Jeder der Mensch, der teilnimmt, findet seinen Zugang, sei es über die Symbole, Kunst und Architektur, über die Jahrtausende alte Geschichte dieses Ortes, über konkrete Fragen oder theologische Zugänge“. Auch die Frage, was die Bibel zum Thema Sterben, Tod und ewigem Leben sagt, wurde bei diesem Spaziergang angesprochen. „Die Bibel macht Hoffnung. Sie zeigt auf, dass der Tod – so schmerzlich und endgültig wir ihn erleben – nicht das letzte ist. Wir sind in Gottes Händen, egal wo wir sind. Gottes Zusage an uns gilt im Leben, im Sterben und im Tod“, so Diakon Gutekunst.

„Vertraue die Vergangenheit Gottes Gnade an, die Gegenwart seiner Liebe und die Zukunft seiner Fürsorge“ notierte ein Mitnehmkärtchen ein Ausspruch des Kirchenvaters Augustinus, das die Teilnehmenden zum Abschluss bekamen.